das Verschweissen der Ringe


Da Ringe, welche beim Verflechten nur einfach zugebogen wurden, sich im Kampf leicht öffneten, ersann man im Mittelalter verschiedene Methoden die Ringenden fest miteinander zu verbinden. Eine davon ist das Feuerverschweissen.

Das Feuerverschweissen ist keine Errungenschaft des Mittelalters. Schon die Ägypter waren mit dieser Technik vertraut. Sie hatten bereits herausgefunden, dass das alleinige Erwärmen zweier Eisenteile nicht ausreicht, um sie dauerhaft miteinander zu verschweissen. Eisen hat die Eigenschaft zu oxidieren, sobald es erhitze wird. Die Oxidationsschicht verhindert dann, dass sich die Teile miteinander dauerhaft verbinden. Also brauchte man ein Flussmittel, um die Oxidation zu verhindern. Als sehr gut geeignet erwies sich Fluß- oder Quarzsand, welcher eine dichte Schicht um das erhitze Eisen bildete und somit die Oxidation verhinderte.

Im Mittelalter hat man die zu verschweissenden Ringe in einer Esse erhitzt. Wir haben es selbst bei einem Schmied ausprobiert, das funktioniert sehr gut. Nun ist es aber so, dass beim Betrieb einer Esse zwangsläufig Funkenflug auftritt, und man sie auf Märkten deshalb großzügig absperren sollte, damit keine Personen zu Schaden kommen. Wenn ein Schmied nun an der Esse arbeitet, kann trotzdem jeder sehen worum es geht. Wenn wir jedach einen winzigen Eisenring in der Esse erhitzen, sieht niemand mehr etwas. Deshalb haben wir uns eine 'Notlösung' ausgedacht.

Wie auf dem folgenden Bild zu sehen, benutzen wir einen Gasbrenner. Dieser ragt in einen bearbeiteten Ytongstein hinein. Der Ytongstein sorgt dafür, dass die Flamme nicht vom Wind hin und her geweht werden kann. Oben im Ytongstein ist ein Guckloch, durch das die Zuschauer den Ring beim Erhitzen betrachten können. Durch das vordere Loch wird der Ring in die Flamme gehalten.

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Was braucht man nun noch zum Verschweissen? Zum einen wäre da das oben erwähnte Flussmittel. Wir nutzen da Borax, welches aus einem zerstoßenen Kristall hergestellt wird. Borax eignet sich wunderbar zum Feuerverschweissen und wir hatten nicht wirklich Lust hunderte von Sandarten durchzuprobieren, bis die mit dem richtigen Schmelzpunkt dabei ist.

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Außerdem braucht man noch etwas um den Ring nach dem Schweissen abzukühlen. Dafür nutzen wir Leinöl, da es gleichzeitig den Ring auch noch vor Rost schützt.

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Nun braucht man einen Ring, welcher an den Enden überlappt. Wie man so einen Ring herstellt haben wir bereits hier erklärt.
Diesen Ring greift man mit einer Zange und erwärmt ihn kurz im Feuer. Dann taucht man ihn in Borax.

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Nun hält man ihn wieder in die Flamme, welche man jetzt so kräftig wie möglich einstellen sollte.

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Der Ring beginnt nun zu glühen. Nun ist es wichtig den Ring ruhig mal hin und her zu drehen, damit alle Seiten gleichmäßig erhitzt werden.

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Der Ring sollte über die Rotgluht hinaus bis zur Gelbgluht erhitzt werden. Dann legt man ihn auf einen Amboss und schlägt mit einem Hammer schnellstmöglichst die Ringenden zusammen. Das muss wirklich flott gehen, da der Ring sofort beginnt auszukühlen.

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Fertig ist der verschweisste Ring!

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Nun wird er kurz im Leinöl abgekühlt.

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Der grünliche Schimmer am Ring kommt durch das Borax, welches sich mit der Zeit aber abschmirgelt. Wenn man möchte kann man nun seinen Ring auf Festigkeit testen. Lässt er sich mithilfe zweier Zangen nicht mehr auseinanderbiegen, hat das Verschweissen geklappt.

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Hier nun ein Geflecht bei welchem verschweisste Ringe benutzt wurden. Wie man sehen kann, ist nur jede zweite Ringreihe verschweisst. Das liegt natürlich daran, dass man den fünften Ring für die Quintette (also den auf den die anderen vier aufgefädelt werden), sowie die Verbindungsringe der Quintette nicht verschweissen kann. Es ist nun mal unmöglich das ganze Geflecht immer wieder ins Feuer zu werfen. Im Mittelalter hat man deshalb diese Ringe vernietet.

Bild "verschweisst.jpg"